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25.08.2015 Dienstag Auch Tiere retten will gelernt sein

Bei großen Überschwemmungen sind immer auch Bilder von Tieren zu sehen, die von Wasser eingeschlossen auf kleiner Fläche zusammen rücken oder gar auf einem Hausdach ausharren, bis sie hoffentlich bald wieder festen Boden unter den Beinen haben. Oft jedoch steigt die Flut weiter und Nutztiere, Zootiere oder Haustiere sind auf Rettung durch den Menschen angewiesen.

Nun ist es alles andere als einfach, unterschiedliche Tiere einzufangen und auf sicheren Grund zu transportieren. Wie nähert man sich aufgeregten oder panischen Tieren, wie setzt man sie fest, mit welchen Materialien oder Vorrichtungen lassen sie sich auch über weitere Strecken transportieren?

Antworten auf diese und viele weitere Fragen bekamen 20 Teilnehmer aus unterschiedlichen DLRG-Ortsgruppen, die dem Pilotprojekt Tierrettung des DLRG-Bundesverbandes beiwohnten, um sich über fast drei Tage hinweg ausbilden und mit allerhand Kniffs, Tricks und Kenntnissen versehen zu lassen.

Aus Berlin oder Regensburg, München, Hamburg oder Stuttgart waren die zukünftigen Tierretter angereist, um bei dem spannenden und interessanten Lehrgang dabei zu sein. Von der DLRG Eberbach nahmen Frank Thöne und Dominik Deschner am Workshop teil, der im Wildpark Bad Mergentheim von der dortigen DLRG Ortsgruppe ausgerichtet wurde. Ideale Bedingungen also, um sich mit der Rettung ganz unterschiedlicher Tiere zu befassen, die im Wildpark untergebracht sind: Pferde und Rinder, Schafe, Geflügel, Schweine und sogar Wildtiere. Nur vom großen Wolfsrudel des Tierparks hielt man gebührenden Abstand und betrachtete die imposanten Wölfe lieber aus der Ferne. Zum Glück können Wölfe schwimmen und müssen nicht gerettet werden.

Für alle potentiell zu rettenden Tiere vermittelten Vorträge zunächst wichtige Grundlagen. Über Seuchen bei Hochwasserkatastrophen zum Beispiel oder über die Behandlung von Bisswunden. Improvisierte Hilfsmittel wurden vorgestellt, wie die stabilen Bigbags zum Transportieren von Großtieren oder der Einsatz von Strömungsretterwesten, die man Hunden um den Bauch legt, um diese damit zu transportieren, wenn andere Hilfsmittel nicht zur Verfügung stehen.

In den praktischen Teilen wurde geübt, wie man Geflügel, Haustiere, Schafe oder Schweine greift und festhält, ohne dass der Tierretter oder das Tier selbst verletzt werden. Die Teilnehmer lernten, dass man sich Tieren immer von der Seite nähert, während man mit tiefer Stimme beruhigend auf die Tiere einredet. Herdentiere treibt man vorsichtig mit ausgebreiteten Armen in die gewünschte Richtung, Schafe und Ziegen setzt man wie bei der Schafschur auf die Hinterbacken, ein Griff, mit dem man sie bis zum Transport problemlos festhalten kann.

Natürlich gibt es professionelle Hilfsmittel, deren Nutzung erläutert wurde. Pneumatiklanzen etwa, die eingesetzt werden, wenn Tiere im Morast feststecken und die Helfer mittels dieser Lanzen Luft in den umgebenden Schlamm einblasen, um das Sediment aufzulockern und die Tiere dadurch befreien zu können. Auch alle Arten von Transportgurten oder Schlaufen wurden vorgestellt und bei den praktischen Übungen getestet. Pferden oder Rindern wird ein Gurt umgelegt, mit dessen Hilfe man die Tiere, wenn sie im Fluss treiben, zwischen zwei Rafts oder Schlauchbooten ans sichere Ufer ziehen kann. Die nahe Tauber bot hierfür zu Übungszwecken ideale Bedingungen. Auch das Abseilen von Tieren konnte dort mit Hund und Gurten geübt werden. Für das Greifen von Schlangen, das Einfangen von Pferden mit dem Lasso oder für den Umgang mit Herden wechselten die Teilnehmer dann in den nahen Tierpark.

Es war für alle Anwesenden erstaunlich, wie umfangreich und spannend das Thema Tierrettung ist. Im Herbst wird daher ein Treffen aller Teilnehmer stattfinden, bei dem ausgearbeitet wird, wie die DLRG einen solchen Tierrettungs-Lehrgang bundesweit anbieten kann, mit einheitlichen Unterlagen, Standards und Übungen. (UL)

Kategorie(n)
WRD-Ausbildung

Von: Ute Linkenheil

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